Inhaltliches

Unsere Forderungen

  • Ein sofortiger Mietenstopp, der Mieterhöhungen in ganz Deutschland für sechs Jahre verbietet – damit Mieter:innen endlich eine planbare Verschnaufpause bekommen und niemand Angst davor haben muss, seine Wohnung nicht mehr bezahlen zu können!
  • Eine klare Obergrenze für Neuvermietungen 
  • Eine Absenkung überteuerter Mieten auf die echte Durchschnittsmiete – damit überteuerte Wohnungen wieder bezahlbar werden!

Als Referenz werden zu Beginn des Mietendeckels alle Mietverhältnisse im Bestand erfasst und daraus der echte Durchschnitt gebildet. Dadurch werden auch günstige Altmieten berücksichtigt. Mieten, die darüber liegen, müssen auf dieses Niveau abgesenkt werden.

Wir definieren 3 Arten von Wohngebieten:

  • Ausgeglichene Wohnungsgebiete 
  • Angespannte Wohnungsgebiete
  • Wohnungsnotgebiete  

Als ausgeglichene Gebiete definieren wir Gebiete, in denen die Angebotsmieten weniger als 30% über den Bestandsmieten liegen.

In angespannten Wohnungsgebieten dürfen die Mieten maximal 30% – 50 % über den Bestandsmieten liegen. Das sehen wir als deutliches Kriterium für angespannte Wohnungsgebiete.

Wenn die mittleren Angebotsmieten mehr als 50 % über den Bestandsmieten liegen, gibt es offensichtlich Probleme mit der Wohnungssituation. Daher sprechen wir hier von Wohnungsnotgebieten. Hier ist ein völliges Einfrieren der Mieten möglich.

Gebietnormale/entspannte Wohngebieteangespannte WohngebieteWohnungsnotgebiete
KriteriumAngebotsmieten liegen weniger als 30% über BestandsmietenAngebotsmieten liegen über 30 – 50% über BestandsmietenAngebotsmieten liegen mehr als 50% über Bestandsmieten
maximal erlaubte MieteDurchschnittsmiete + 10%Durchschnittsmiete + 5%Durchschnittsmiete
zusätzlich  vollständiges Einfrieren der Mieten möglich

Im Gegensatz z.B. zur Mietpreisbremse soll der Mietendeckel von der öffentlichen Verwaltung durchgesetzt werden. So müssen sich Mieter:innen nicht mehr individuell mit ihren Vermieter:innen anlegen.

Schlupflöcher wie Indexmieten oder für möbliertes Wohnen schaffen wir ab. Der Mietendeckel gilt ausnahmslos für alle Wohnungen, die vor 2020 gebaut wurden. Für neuere Wohnungen wird es eine eigene Regelung geben.

Die Mietpreisbremse ist voller Schlupflöcher und Ausnahmen. Sie greift beispielsweise nicht bei Neubauwohnungen und nur eingeschränkt nach Modernisierungen oder bei möblierten Wohnungen. Der Mietendeckel gilt stattdessen für alle Wohnungen, die nach 2020 gebaut wurden.

Die Mietpreisbremse muss zudem von den Mieter:innen selbst gezogen werden. Das heißt selbst in die komplizierten Regeln einlesen, selbst nachrechnen, sich selbst mit dem Vermieter anlegen. Wenn der sich weigert kann die Durchsetzung auch noch einen finanziellen Aufwand durch Anwaltskosten bedeuten, den sich nicht alle leisten können. Immer wieder fürchten Mieter:innen auch Schikane oder Eigenbedarfskündigungen durch ihre Vermieter:innen, wenn sie von ihrem Recht Gebrauch machen.
 Deswegen soll der Mietendeckel auch im Öffentlichen Recht angesiedelt werden, denn so ist die Verwaltung verpflichtet, diesen umzusetzen. Mit dem Mietendeckel werden die Mieten gesenkt, ohne dass Mieterinnen dafür aktiv werden oder negative Konsequenzen fürchten müssen. 

Selbst bei der Referenz für die erlaubte Miete fangen die Probleme bei der Mietpreisbremse schon an – für die Berechnung der Ortsüblichen Vergleichsmiete werden nur die neuen Mietverhältnisse und Mieterhöhungen der letzten 6 Jahre betrachtet – also die höchsten Mieten in einem Gebiet. Für den Mietendeckel soll stattdessen die echte Durchschnittsmiete als Vergleichswert dienen, in die auch günstige Altmieten, die länger nicht mehr erhöht wurden eingehen.

Nach einer gewissen Zeit wird jeweils eine neue Durchschnittsmiete erhoben werden.

Indexmieten sind an die Inflation gekoppelt. Das bedeuten in den allermeisten Fällen ständig steigende Mieten. Diese steigen auch noch dann am meisten, wenn sowieso alles andere besonders stark teurer wird. Während wir mehr Miete zahlen müssen, steigt für die Vermieter:innen aber vor allem eins – der Gewinn. Denn die Zinsen für die Rückzahlung des Kredits für den Kauf oder Bau der Wohnung ändern sich nicht mit der Inflation und Dinge die tatsächlich durch die Inflation teurer werden, wie etwa Handwerker:innen, machen nur einen kleinen Teil der Miete aus. Deswegen wollen wir Indexmieten komplett abschaffen.

Auch Staffelmieten, die völlig unabhängig von den Kosten eine automatische Steigerung der Miete nach einem gewissen Zeitraum vorsehen, schaffen wir mit dem Mietendeckel ab.

In der Gesetzgebung existieren einige Schlupflöcher, um die Mietpreisbremse und andere Regelungen zu umgehen. Daher  werden alle Ausnahmen, die höhere Mieten erlauben, abgeschafft. Es gibt eine klare Obergrenze für Neuvermietungen: Die Durchschnittsmiete.

Für viele Mieter:innen sind Nebenkosten in den letzten Jahren zum großen Preistreiber geworden. Besonders große Immobilienkonzerne versuchen inzwischen vor allem über diesen Posten ihre Profite zu steigern. Es ist klar, dass auch hier etwas geschehen muss. Der Mietendeckel kann jedoch nicht alle Probleme auf einmal lösen, daher haben wir uns entschlossen, uns zunächst auf die Kaltmiete zu konzentrieren.

5 Gründe für einen Mietendeckel

Der Mietendeckel war von Februar 2020 bis April 2021 in Berlin Kraft und  viele Mieter·innen hatten dadurch eine günstigere Miete. Er ist bisher  das einzige Mittel in der Geschichte der Bundesrepublik, das die Mieten  tatsächlich und flächendeckend gesenkt hat. Damit bietet der  Mietendeckel eine wirksame Lösung gegen explodierende Wohnkosten und zum  Schutz von Mieter:innen.



Nicht nur einkommensschwache Haushalte, sondern auch die Mittelschicht  leidet unter steigenden Mieten. Ein Mietendeckel sorgt dafür, dass  Wohnen für alle Bevölkerungsschichten bezahlbar bleibt. Damit sorgt er  für eine breite Entlastung und schützt vor Verdrängung und Armut.



Durch die Begrenzung der Mieten wird verhindert, dass immer mehr  Menschen durch zu hohe Wohnkosten aus ihren Wohnungen gedrängt werden  und ihre gewohnten Stadtteile verlassen müssen. Menschen mit geringem Einkommen, Rentner:innen oder Alleinerziehende sind besonders betroffen, da sie oft keine bezahlbaren Alternativen finden. Ein Mietendeckel  bremst diese Dynamik und bekämpft so Wohnungslosigkeit und Verdrängung.

Fragen und Antworten

Wir beantworten einige der häufigsten Fragen zum Mietendeckel. Nicht von uns aber auch sehr lesenswert dazu ist die Broschüre „Schöner Deckeln“ der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

In Berlin hat sich gezeigt, dass ein Mietendeckel funktioniert: Mieter:innen hatten endlich eine planbare Pause und die Mieten konnten flächendeckend gesenkt werden. Der Deckel musste nur deshalb zurück genommen werden, weil das Bundesverfassungsgericht der Ansicht war, dass so ein Gesetz nur bundesweit erlassen werden könnte. Genau das fordern wir nun.

Der Berliner Mietendeckel wurde 2020 eingeführt und 2021 vom Bundesverfassungsgericht aufgehoben. Grund dafür war keine inhaltliche Kritik. Das Gericht kippte den Mietendeckel nur, weil solch ein Gesetz im Zuständigkeitsbereich des Bundes liegt, nicht im Zuständigkeitsbereich des Landes Berlin. Für einen bundesweiten Mietendeckel bestünde die Gefahr einer Aufhebung aus demselben Grund also nicht.Ein Mietendeckel verstößt also nicht gegen das Grundgesetz.

Die Mietpreisbremse ist voller Schlupflöcher: Sie greift beispielsweise nicht bei Neubauwohnungen und nur teilweise nach Modernisierungen, bei möblierten Wohnungen und vielem mehr. Die Mietpreisbremse muss zudem von den Mieter:innen selbst gezogen werden. Die Durchsetzung kann einen finanziellen Aufwand durch Anwaltskosten bedeuten, den sich nicht alle Mieter:innen leisten können. Immer wieder fürchten Mieter:innen auch Schikane oder Eigenbedarfskündigungen durch ihre Vermieterinnen, wenn sie von ihrem Recht Gebrauch machen. Es braucht Regelungen, die die Mieten senken, ohne dass Mieter:innen dafür aktiv werden oder negative Konsequenzen fürchten müssen.

In Deutschland fehlen viel mehr bezahlbare Wohnungen und Sozialwohnungen als jedes Jahr gebaut werden und es werden immer weniger. Private Investor:innen bauen aber vor allem teure Wohnungen der oberen Preisklasse, weil sich das mehr lohnt. Diese treiben die Miete über den Mietspiegel sogar nach oben.
 Natürlich sind auch wir für Neubau, aber nur von günstigen Wohnungen. Weil es aber unrealistisch ist, dass davon bald genug neu gebaut werden, brauchen wir andere Mittel, die jetzt helfen.

Oft wird gewarnt, dass  Vermieter:innen keinen Anreiz zur Vermietung mehr hätten, wenn sie  aufgrund des Mietendeckels keine hohen Mieten mehr verlangen dürfen. Stattdessen würden sie Wohnungen lieber leer stehen lassen. Das lohnt sich aber nur, wenn in der Zukunft mit stark steigenden Mieten gerechnet werden kann, was mit dem Mietendeckel nicht mehr der Fall ist. In vielen Bundesländern ist das gezielte Leerstehenlassen außerdem bereits jetzt verboten.

Wir unterstützen dennoch weitere Maßnahmen gegen diesen spekulativen Leerstand und die Umwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen. Das sind jedoch Dinge, die auch ohne Mietendeckel notwendig sind und unabhängig davon geschehen müssen.

Ein Mietendeckel beendet endlich den Missbrauch von energetischen Sanierungen als Vorwand für Preistreiberei und ermöglicht eine soziale Wärmewende. Im Gegensatz zur Mietpreisbremse gibt es dafür keine Ausnahmen die Mietsteigerungen ermöglichen. Ein Mietendeckel gibt Mieter:innen damit die notwendige Sicherheit, sich auch nach einer Sanierung noch die Miete leisten zu können und steigert so die Akzeptanz für diese.

Mit dem Mietendeckel würde ein Umzug in eine kleinere Wohnung endlich wieder eine günstigere Miete bedeuten. Das erleichtert es Menschen, sich eine passende Wohnung zu suchen, wenn z.B. die Kinder aus dem Haus sind.

Allein bei Vonovia ging 2024 fast ein Drittel der Mieteinnahmen als Dividende an die Aktionäre. Solche riesigen Auszahlungen zeigen, dass unsere Mieten deutlich höher sind, als sie zur Erhaltung der Wohnungen sein müssten. Dazu kommt noch, dass gerade diese großen Immobilienkonzerne oft nur das nötigste oder nicht mal das an ihren Häusern instand setzen.

Wer keine überhöhten Mieten verlangt, muss keine Kürzungen durch den Mietendeckel fürchten.
Mieteinnahmen sollen vor allem die Kosten decken und Rücklagen für Sanierungen ermöglichen.

Für Menschen mit geringen und mittleren Einkommen bzw. geringer Rente ist die Miete der größte Kostentreiber. 2022 mussten 16 % aller Mieterhaushalte (3,1 Millionen) mehr als 40 % ihres Einkommens für die Miete aufwenden.[1] Ein Mietenstopp für sechs Jahre und die Absenkung überhöhter Mieten würde gerade diese Menschen entlasten.

Die Immobilienblase ist schon da. Viele Neubauprojekte und Käufe von Wohnungen lohnen sich nur durch immer teurere Mieten, die wir irgendwann nicht mehr bezahlen können. Dann platzt die Blase, mit Konsequenzen für uns alle. Ein Mietendeckel setzt diesem Wahnsinn ein Ende.


[1]  Statistisches Bundesamt: Haushalte wendeten 2022 durchschnittlich 27,8 % ihres Einkommens für die Miete auf. Pressemitteilung Nr. 129 vom 31. März 2023. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/03/PD23_129_12_63.html (abgerufen am 05.08.2026).

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